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Ob Holz oder Plastik, ob karg oder
prächtig - STUHLDESIGN ist immer dekorierter Sadismus,
denn jeder Stuhl ist ein Folterinstrument des menschlichen
Rückgrats.
Die Wissenschaft weiß längst, daß der Stuhl
die DÜMMSTE ERFINDUNG der westlichen Welt ist, denn Sitzen
macht krank. Die menschliche Wirbelsäule ist eigentlich
gar nicht zum Sitzen gemacht. Viel besser ist zu liegen, oder
am besten ist zu lümmeln. |
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Ein Stuhl ist immer Ausdruck einer ganz bestimmten geistigen
Haltung, und natürlich zwingt er dem Benutzung auch eine
bestimmte Haltung auf:
Es ist schon ein Unterschied, ob man auf einem eisernen Gartenstuhl
von KARL FRIEDRICH SCHINKEL aus dem Jahre 1820 Platz nimmt
oder sich in eine softe Kuschelzone von VERNER PANTON aus
den 60er Jahren fläzen darf.
Zwischen beiden Stuhlentwürfen liegen 140 Jahre, in denen
nicht nur gewaltige Veränderungen im gesellschaftlichen
und privaten Leben stattfanden, sondern auch der überkommene
Sitten- und Moralkodex über Bord geworfen wurde. |
Die Klassiker:
- der >THONET-STUHLl<, 1859, aus Bugholz von MICHAEL
THONET
- der erste FREISCHWINGER aus schichtverleimtem Sperrholz,
von ALVAR AALTO
- der >BARCELONA-STUHL<, 1929, aus Flachstahlteilen,
von L. MIES VAN DER ROHE
- der >WASSILY-SESSEL<, 1925, aus kalt gezogenem
Stahlrohr, von MARCEL BREUER
- der >DAX-CHAIR<, 1948, der einzige Stuhl aus unverkleidetem
FIBERGLAS und
- der >LOUNGE-CHAIR<, 1956, der majestätische,
von CHARLES und RAY EAMES
- der >TULPEN-STUHL<, 1957, scheint aus einem Stück
zu bestehen, von V.E. SAARINEN
- die >AMEISE<, 1952, bis heute unübertroffen,
von ARNE JACOBSEN
- der >SIDE-CHAIR<, 1959, aus glasverstärktem
Polyester, von VERNER PANTON
- der >BLOW<. 1967, der aufblasbare Sessel aus PVC-
Folie, von S.U.P. LOMAZZI
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